Dienstag, 6. Januar 2015

Falklandinseln

6.1.2015
Falkland .... muss schnell abgehandelt werden. Der Akku ist fast leer. Internet kostet überall 14€ für 60 Minuten. Die Karte dazu kaufe ich im Supermarkt, da kann ich mit der Visacard bezahlen, sonst reichen meine Dollar nicht mehr für einen Kaffee der NUR 6 US$ kostet..... Schlecht geplant....

Hier ist es arg windig, aber nicht richtig kalt. Alle paar Minuten fängt es an zu regnen. Alles ist very British, englische Flaggen knatter an allen Ecken im Wind. Vor der Post stehen 2 rote britische Telefonzellen und der dazu passende rote Briefkasten. 
Englische Vorgärten und niedliche historische Häuschen vervollständigen das Bild. 
Ansonsten ist hier wohl der Hund begraben..... Auch die zahlreichen Souvenirläden kann man total abhaken.





Der Ausflug am frühen Morgen zur Pinguinkolonie war sehr schön. 
Auch war uns dabei der Wettergott hold. Es fing erst am Ende an zu regnen...
Zunächst ging es über eine Schotterpiste, links und rechts der Strecke scheinen Flussbetten zu liegen. 


Diese sind aber die mit grau gesprenkelten  Bruchsteinen gefüllten ehemaligen Gletscherstrassen...... sehr imposant!
Ganz in Gelb gekleidete Minenräumer gehen ihrer mühsamen Tätigkeit nach. Ich sah nur Schwarze bei der Arbeit, und für diesen gefährlichen Job bekämen sie 25$ am Tag. Es gibt noch unendlich viel zu räumen.... Der Falklandkrieg von 1982 hat viele Spuren hinterlassen...
Wir steigen nun, und im Landrover schaukeln wir auf Moorboden auf und ab. 


Die Vegetation ist karg, nur Grasbüsche, Kissengewächse und ab und zu ein schönes Blümchen....


Kurz vor der Küste hat eine große Gruppe von Gentoo Pinguinen ihren Nistplatz. Manchmal Gesellen sich auch ein paar Magellan- oder Rockhopper- Pinguine dazu.


Mitten im Gewühle haben es sich etwa 20 Königspinguine gemütlich gemacht. Sie stehen in einer Gruppe zusammen, auch ein Junges ist dabei.


Das Treiben ist herrlich. Mal klaut einer ein Bröckchen Torf aus einem Nest und haut schnell damit ab. Andere schreien nach der Mama, verjagen einen Rivalen oder sie liegen auf ihrem Nest und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Bis ein Schwarm frecher Möven zum Angriff übergeht. Dann halten alle zusammen und versuchen eine laute Abwehrfront zum Schutz der Eier und der Jungen zu bilden. Die Möven mit den eleganten roten Füßen lassen sich aber kaum einschüchtern. 



Tag auf See...

5.1.2015
.....war nix los. Kalt war es an Bord. Man sah viele Schals, doppelte Jacken und hörte Husten und Geschniefe.....
Aber der Sonnenuntergang hat mir gefallen.


Wir brauchen noch etwa 12 Stunden bis zu den Falklandinseln.




King George anstatt.......

4.1.2015
Mal wieder ein Kampf zwischen Planung und Wetter....
Die große Vulkaninsel Deception wird gestrichen, die nächsten Punkte auch. Der Kapitän sucht sein/ unser Glück im Antarctic Sound.... vergebens... 


Die großen Eisberge, die er uns zeigen wiil, bleiben im schlechten Wetter verborgen....."kleine" tun's ja auch....


Nach einer Kehrtwendung um 90 Grad steuern wir nun die große King George Island an.


Dort cruisen wir lange in einer großen Bucht. Wir sind umgeben von Pinguinschwärmen, die durch das ruhige Wasser toben und dabei immer wieder mit Kopf und Nacken kurz über Wasser sind. 
Viele Wale versprühen ihre Fontainen alleine oder im Duett, um dann ausgiebig den Rücken und nur kurz die Schwanzflosse zu zeigen. Ab und zu ruhen Seelöwen sich am Strand aus und gelegentlich nehmen Pinguine ein Eisschollentaxi. 



Langweilig ist es hier nicht. Die riesigen Gletscher ragen oft bis ins Wasser hinein, grosse  und kleine Eisstücke schwimmen vorbei. Nur mit dem Kalben will es einfach nicht  klappen.



Eisiger Wind wechselt sich ab mit Sonnenschein und absoluter Windstille.


Auf King George Island befinden sich Forschungsstationen 8 verschiedener Nationen befinden. Dort leben und forschen Wissenschaftler mehrzahlmässig im antarktischen Sommerhalbjahr, in dem es hell ist und die Temperaturen sich im erträglichen Bereich befinden. Gelebt wird in Containern oder gelegentlich auch barackenähnlichen Gebäuden.

Kurz nach Weihnachten war bei der polnischen Station ein Segelboot gestrandet. Es war auf einer Tour zum Gedenken an Jackletons Antarktisexpedition vor genau 100 Jahren.
Die 8 Segler wurden nun von uns "gerettet", per Schlauchboot an Bord geholt und bis zu den Falklandinseln oder auch weiter mitgenommen. Sie erwarten uns schon sehnsüchtig am Strand, neben ihnen schauen ein paar Pinguine neugierig zu, während der Rest dem Tagwerk nachgeht, d.h. rein ins Wasser... raus aus dem Wasser, Herumstehen, Herumwatscheln... 
Die gestrandeten Segler müssen sie sehen, wie sie nach Hause kommen und vor allem, wie das demolierte Schiff repariert und nach Stettin zurück gebracht werden kann... Ein Versorgungsschiff besucht die Stationen in der Regel nicht mehr als 1 oder 2x im Jahr. Dieses Schiff muss groß genug sein, um das Segelboot namens Polonus an Bord zu nehmen und nach Ushuaia zu bringen. Dort könnte es dann in einer Werft repariert werden.    
In der Antarktis herrschen strenge Auflagen und die Versicherung wird Sorgenfalten kriegen.....
Morgen früh wird die Crew uns einen Vortrag darüber halten, wie es zu dem Drama kommen konnte....


Am späten Nachmittag nehmen wir Abschied von der Antarktis, lassen King George Island hinter uns, Elefant Island rechts liegen und steuern schnurstracks nach Norden auf die Falklandinseln Inseln zu. 


Erst am 6.1.15 gegen 7 Uhr morgens werden wir dieses Stück
ausländischer  Besitzung Großbritanniens
erreichen und in Stanley den Anker werfen.
Viel Wind und Wetter sollen unsere Überfahrt begleiten, heißt es....




Sonne, Wasser, Tiere, Eis......

3.1.2015
 Mittlerweile habe ich aufgegeben, mir vorzustellen, wo wir genau sind.... Auf dem Plan steht dies, abgefahren wird das, und dann ist alles doch ganz anders. Mühsam habe ich den Lemaire Kanal auf der Karte gesucht, den Neumayer Kanal von heute schnell gefunden, um dann zu erfahren, das der ja schon auf gestern Nachmittag verlegt worden war. Die Durchsagen sind leider krächzend und schwer verständlich, daher war nicht nur mir das entgangen....

Also, ich bin ganz einfach : in der Antarktis und freue mich darüber, dass beim Frühstück gleich 5 Wale nebeneinander im Wasser treiben. Mal zeigen sie ein bisschen Buckel, mal die Finnflosse und dann wackelt die Schwanzflosse ganz gemütlich auch noch rum. Das Wasser ist glatt, die Sonne scheint, der Wind hält sich zurück.
Eisberge in allen Größen und Formvarianten segeln vorbei.
Seelöwen lieben es, dort herumzuliegen und ohne Anstrengung weiter zu kommen.


Am Vormittag wird eine Bucht
(Magdalenabucht? ) angesteuert, in der eine große Pinguinkolonie ihr zu Hause hat. Es sollen an die 150.000 sein.
Die haben schon schwer zu tun. Die einen tummeln sich im Wasser und suchen Nahrung, die anderen stehen rum, während eine Kolonne im Gänsemarsch über das Eis einen steilen Hang hinauf und hinunter watschelt.
Mit einem Teleobjektiv ist man da gut bedient....
Wegen der schwierigen Internetverhältnisse an Bord kann ich leider nur Fotos vom i- phone posten,
die geben da leider nicht viel her.
Nahe der Pinguinkolonie hält noch ein kleineres Passagierboot. Die Leute spazieren an Land herum oder nähern sich den Tieren vom Wasser aus, auf Kajaks.


Für diese Sorte Schiff zahlt man aber auch mindestens das Dreifache unseres Preises....
Warum wir dann bald 3 Stunden uns in der großen Bucht Wilhelmina im Kreise drehen, bleibt mir verborgen. Da wir das heutige Programm ja schon gestern durch hatten, bekamen wir immerhin die Pinguinkolonie und die Enterprise Insel noch obendrauf.

Dort liegt in einer Bucht versteckt ein Schiffswrack, ansonsten ist das Panorma bei fast frühlingshaftem Wetter super.


Schon bei den Pinguinen kann man die Handschuhe auslassen. Das geht zwar nicht lange gut, ist aber bei dem Gedrängele an der Reling für eine sicher Kameraführung besser....
Davon muss ich mich erst einmal erholen!


Wir verlassen die Bucht, nicht ohne noch ein paar Seelöwen zu begegnen, die sich offenbar gerne auf  einer Eisscholle liegend durch die Gegend transportieren lassen.
Die Leute mit den Riesenobjektiven entdecken noch 2 im Wasser schlafende Wale. In der nächsten Bucht scheint ein riesiger Eisbrocken abgegangen zu sein, das Getöse ist jedenfalls laut genug.
Ich warte immer noch darauf, dass vor meinen Augen ein Stück Eis ins Wasser fällt. Morgen: letzte Chance!

Beim Abendessen prusten ein paar Wale längsseits ihre kleinen Fontainen Indie Luft, und auf einem großen Eisberg, der uns schnell passiert, ruhen sich etwa 30 Pinguine aus.
Um 21 zieht sich die Sonne in den Dunst zurück. 


Sie hat noch 2 Stunden zu tun,  bevor sie für nach 4 Stunden Ruhezeit um 3 schon wieder Dienst hat.
Wir steuern jetzt die South Shetland Inseln an.

Freitag, 2. Januar 2015

Eisberge, Sonne und kalter Wind

Schon um 7 Uhr früh fahren wir von Palmer Station ab in Richtung Kanal Lemaire. 
Kurz vor 8 wage ich mich nach draußen, halte es kaum eine halbe Stunde aus. Es ist eisig kalt und....


....der Wetterbericht hat keine Sonne verkündet.
Da gehe ich lieber erst einmal zum Frühstück....


Nach dem Frühstück..... Teller leergegessen .... blinzelt ein wenig Blau durch das Grau hindurch.
Noch dicker verpackt geht es wieder raus ....


.... und siehe da, die Sonne erkämpft sich langsam, aber energisch das Feld und hält bis mittags durch. 


Somit habe ich ein sehr gutes Los gezogen! Sonne in der Antarktis, Berge, Gletscher, Inseln, schwimmende Eisberge und -schollen und ein paar Tiere. Was will ich da noch mehr ???
Tiere zu entdecken ist allerdings Glückssache, man muss halt grade an der richtigen Stelle gucken .... 
Am Anfang dachte ich, nur ich sehe nichts....
Doch dann räkelt sich ein Seelöwe vor mir auf einer Eisscholle,


....ein einzelner Pinguin hält die Stellung, 


....während seine 8 Freunde auf einer kleinen Scholle abhauen.
Ab und zu lässt ein kleiner Wal seinen Buckel sehen und sprüht ein paar Fontainchen. Ein paar Delphine treten lieber in der Formation auf.





Ich starre auf die Ränder der Gletscher, wo sich teils tiefe Spalten zeigen. Aber alle meine Versuche, wenigstens einen durch magische Blicke zum Kalben zu bringen, sind umsonst. Dabei schwimmen im Wasser neben dem Treibeis jede Menge Abbruchstücke....
Die heutige Fahrt bei Sonnenschein durch den Lemaire Kanal.... hin und zurück... wird sicher eines der Highlights der Reise sein. Einfach toll !!!

Die Sonne beendet ihr Gastspiel, und weil ich völlig durchgefroren bin, geh' ich jetzt rein.


Donnerstag, 1. Januar 2015

Icecream or Iceberg ?????

Beim Abendessen habe ich mich gegen meinen ersten Eisberg und für die Eiscreme entschieden.
Daher gibt es auch kein Dokumentarfoto von dem großen Brocken, der plötzlich längsseits erschien. Im Gefolge kam noch einer, flacher, aber breiter.....

Es werden wohl noch mehr folgen. 
Die Strecke von 800 km zieht sich ganz schön in die Länge. 
In antarktischen Gewässern schippern wir schon lange, aber  Palmer Station erreichen wir erst morgen früh um 6.
Dies ist die einzige US-Forschungsstation auf dem antarktischen Kontinent nördlich des Polarkreises. Sie liegt auf Anvers Island, einer Insel südlich der South Shetland Inseln, noch vor der antarktischen Halbinsel.

Nach dem Essen drehe ich draußen bei 0 Grad ein paar Runden. Drinnen hat längst die nächste Show begonnen.


Bis auf eine Handvoll Frischluftsucher ist das Deck leergefegt,


kein Eisberg in Sicht, dafür gibt es aber ganz viel frische saubere Luft und Ausblick auf ruhiges, kaltes Wasser.....


Guten Morgen, 2015 !!!

Die Sylvesterparty an Bord dauerte länger als unsere Ausdauer anhielt. Nett war's, laut war's, voll war's.


Manch Kellner rannte mit Sektflasche rum, um nachzufüllen, aber lange nicht jeder war in den Genuss eines Glases gekommen... und aus der hohlen Hand geht es nicht so gut.....Gewusst wo..... Christiane und ich mussten dann doch nicht darben..... 

2015 ist gerade erst 90 Minuten alt, da zeigt sich schon die Morgenröte am Himmel und dem Eispinguin tropft die Nase....


Zwischen Ushuaia und Kap Horn hatten wir den Sonnenaufgang am Sylvestertag um 4.45, den Sonnenuntergang um 21.50.

Etwa 600 km auf der Drake Passage nach Süden, noch immer ca 200 km bis zur Antarktis, geht die Sonne am ersten Tag im Neuen Jahr bereits um 2.38 auf, dafür aber erst eine Minute vor Mitternacht unter!

Um 8 Uhr kann man, ohne sich dick einzumummeln, die Nase an die frische Luft stecken. 
Die Aussenrennstrecke ums Schiff ist normalerweise um diese Zeit schon rappelvoll mit Leuten. Heute früh ist gähnende Leere.


Die Sonne scheint, es weht fast kein Wind, die wilde See gibt sich handzahm und rundum sieht man Wasser, Wasser, Wasser......


Und das Internet funktioniert immer noch, wenn auch noch langsamer als vorher.....