Heute sind es nur 36 Grad angekündigt.
Mein Wecker mit Thermometer soll die Lage überprüfen. Ich lege ihn vors Fenster und vergesse ihn. Etwa 15 Minuten später ist er kochend heiß und hat ein total schwarzes Display. Bei etwa 36 Grad fängt er an, sich zu erholen. Das Datum stimmt noch, die Uhrzeit nicht.
Wir nehmen ein Taxi, was uns hier kaum mehr als eine Fahrkarte für die Straßenbahn kostet und uns vor der Busraserei schützt.
Bei jedem Stau ergreift der Fahrer seine Sudoku Beilage und vertreibt sich die Zeit. Für wartende Kundschaft haben die Taxen hier immer 2-3 Zeitschriften in einer Tasche an der Rücklehne.
Zunächst müssen wir ein Ticket für den Zug erstehen. Dann heißt es: 3 Stunden Warten.... Alle Züge davor sind schon reserviert ... Aber das ist normal.
Das Museum nebenan hat montags zu, man hatte uns hingeschickt.... In die Kirche zum Heiligen Judas gehen wir, weil sie uns durch ihre eigenwillige runde Form,die an eine Schachtel erinnert, neugierig gemacht hat.
Auch professionelle Fotoverkäufer mischen mit, keine Pose ist den Leuten zu albern, in der sie sich in dem Gewühle präsentieren, um dann noch viel Geld für das Foto zu bezahlen.
Wir laufen herum, aber in der Umgebung ist nichts los. Dabei ließen sich hier sicher gute Geschäfte mit den Wartenden machen.
Wir ergattern uns einen Platz in einem Minilokal und stärken uns mit einem leckeren Mangosaft.
Endlich ist es 16.20 und wir sind dran, dürfen das rote Bähnchen besteigen.
Es fährt bergauf durch den Nationalpark "Parque Nacional da Tijuca", das ist der größte Stadturwald der Welt. Er umfasst eine Fläche von 120 km2 und grenzt direkt an den Botanischen Garten.
Die 38m hohe Christusfigur steht seit 1931 auf 710m Höhe, aber bereits seit 1824 gibt es eine Straße nach oben.
Seit 1979 kann man die 3824m lange Strecke mit der Zahnradbahn fahren.
Man durchquert den Wald und sieht Unmengen von Jackfruits in allen Reifestadien wie Trauben an den Bäumen hängen. Man kann nur staunen, wieviele verschiedene Pflanzen sich auf einem einzigen Baum einnisten, also auf ihm schmarotzen.
Oben angekommen ist man sofort im Menschengewühl, das herumsteht, geht, sich massenweise auf den Boden legt um die Figur und den oder die Liebste besonders gut aufs Bild zu bekommen. Beliebt sind auch die Stangen, die einem jetzt allerorts vor die Nase geschoben werden, mit denen man jede Menge Selfies mit sich und allen seinen Begleitern machen kann.
Naja.... jedem Tierchen sein Pläsierchen.... Den Spruch gibt's auch schon lange.... Aber die Selfiestange ist trotzdem schlimm.
Hier (Foto unten) ist kein Unglück passiert, man legt sich nur gerade nieder...
Der Ausblick von dort oben auf die Stadt, sobald man sich zum Rand durchgekämpft hat, ist überwältigend.
Rio soll die schönstgelegene Stadt der Welt sein. Da muss ich ohne zu zögern zustimmen!
Fußballfans können gleich 2 große Stadien von oben bewundern.
Die riesige Christusfigur ist ebenfalls imponierend, gehört auch zum Gesamtbild Rio dazu, aber der Blick nach unten ist einmalig und nimmt einen gefangen.
Das Wetter hat mitgespielt. Es sind zwar noch immer um die 35 Grad, aber ein paar Wolken mildern das Ganze etwas ab.
Danach ist nicht mehr viel los mit uns. Im Botafogo Shoppingcenter nebenan, einem der beiden größten der Stadt, gehen wir zum Essen.
Wir verzweifeln jedesmal, wenn wir in den 8. Stock wollen. Es gibt kaum Fahrstühle. Dort bilden sich lange Schlangen. Nur maximal 20 Personen können rein. Die Fahrstuhlführerin hält grundsätzlich in jeder Etage, bevor sie mit dem Ding zur nächsten schleicht. Rolltreppen gehen nur bis Etage 4, dann muss man ans andere Ende der Etage, um dort die nächste Rolltreppe zu nehmen.
Die Brasilianer scheint das alles nicht zu stören. Sie warten, sie schleichen, sie bleiben stehen um zu palavern und haben die Ruhe weg. Im Supermarkt an der Kasse geht es genauso zu. Bei 3 Kunden vor mir muss ich mit langer Wartezeit rechnen ....
Wahrscheinlich ist das eine notwendige Folge der ewigen Hitze. Ich habe mich auch schon beim Schleichen erwischt.
Vom Shoppingcenter aus sieht man bei Tag und besonders sehr schön bei Nacht den gesamten Botafogo Strand mit der Guanabara Bucht und dem Zuckerhut.













Hallo Uta!
AntwortenLöschenVon gestern und heute gab es richtige Urlaubsbilder, die neidisch machen können. Die Hitze hast du ja nicht mit fotografiert.
Mein Götteriger hatte heute Morgen Nasenbluten, also 112 angerufen. Während wir im Wagen saßen, bekam ich Schmerzen im Fuß. Geht durch Laufen irgendwann weg, aber diesmal musste ich sitzen bleiben. Habe es aber gut überstanden.
Mit alten Leuten ist immer irgendwas los! Ich hoffe, dass meine beiden frisch plombierten Zähne brav bleiben!
Weiterhin schönen Urlaub, ich hoffe, dass die Temperatur etwas sinkt!
V.G.!
H.